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Über welche Kanäle können Kommunikationsverantwortliche Journalisten eigentlich am besten erreichen, was wünschen sich Journalisten von ihren Gesprächspartnern in den Presseabteilungen und welche Social Media-Plattformen nützen Medienvertreter am häufigsten für ihre Recherchen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Kommunikation zwischen Unternehmen und Medien finden Sie hier.

Die Vielzahl der Kommunikationskanäle, derer sich PR-Mitarbeiter heute bedienen können, die ganze Breite der technologischen Tools, mit denen heute Presseinformationen distribuiert werden können – sie kann eines nicht ersetzen: dass es die persönlichen Gespräche mit Unternehmensvertretern sind, die für Journalisten besonders wertvoll sind. 88 Prozent der Journalisten, die das dpa-Tochterunternehmen News Aktuell jetzt zu ihren Arbeitsmethoden befragt hatte, gaben nämlich den direkten Dialog als wichtigste Quelle an.

Für Unternehmen bedeutet das aber auch, dass Dialogkompetenz wohl nur bedingt an externe Dienstleister wie etwa PR-Agenturen ausgelagert werden kann. Journalisten schätzen nämlich bei ihrer Arbeit auch schnelle Antworten: 61 Prozent der Befragten erachten die Reaktionsgeschwindigkeit von Pressestellen als verbesserungswürdig.

Ohne Bild keine Story

Fast genau so wichtig ist nach wie vor die Pressemeldung als Rechercheinstrument: 86 Prozent der befragten Medienvertreter nutzen sie für ihre tägliche Arbeit – und es sind besonders die jungen Journalisten unter 35 Jahren, die offensichtlich besonders gern durch ihren Posteingang scrollen. 92 Prozent von ihnen halten die Pressemeldung für die wichtigste Quelle.

Dabei legen Journalisten immer größeren Wert auf visuelles Zusatzmaterial zu Presseaussendungen. Der Bedarf an Bildern hat für fast jeden zweiten Befragten in den letzten zwei Jahren zugenommen, dicht gefolgt von Bewegtbildern. 43 Prozent der Journalisten brauchen heute mehr Videos zur audiovisuellen Anreicherung ihrer Geschichten als noch bei der letzten derartigen Umfrage von News Aktuell vor zwei Jahren. Die Zahlen zeigen: Bilder, ob bewegt oder nicht, können entscheidend dafür sein, ob eine Presseaussendung dafür taugt, zur Story weiterverarbeitet zu werden oder eben nicht.

Allerdings gehört auch das Screening von Social Media-Plattformen für Medienvertreter mittlerweile ganz selbstverständlich dazu, um zu neuen Storys zu kommen. 58 Prozent der Journalisten nutzen Social Media als Recherchequelle. Damit sind Facebook, Twitter, Google Plus oder Instagram die deutlichsten Aufsteiger unter den Tools, die Journalisten nützen. 59 Prozent der Befragten binden bereits Informationen aus Social Media-Plattformen mittlerweile in ihre Storys ein – ein starker Anstieg gegenüber der letzten Recherchestudie von News Aktuell aus dem Jahr 2016: Damals gaben nur 42 Prozent der Befragten an, Postings aus den sozialen Netzwerken in ihren Storys zu verwenden.

Direkte Gespräche, Bilder, Social Media und mehr Storytelling: das brauchen Journalisten von den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen.

Twitter holt auf

Mag Facebook auch das größte soziale Netzwerk sein und alle anderen weit abgeschlagen, so legen die Ergebnisse der Studie nahe, dass sich Presseabteilungen eher auf Twitter konzentrieren sollten: die Bedeutung des Kurznachrichtendienstes für die Arbeit von Journalisten ist in den letzten zwei Jahren gestiegen.

Die Pressekonferenz wird immer unwichtiger

Aber es gibt auch Kommunikationswege, die von Journalisten weniger gern genutzt werden und das ist zumindest laut der News Aktuell-Untersuchung die Pressekonferenz. Für fast ein Drittel der Journalisten haben solche Veranstaltungen an Relevanz verloren. Neu ist das Phänomen nicht: Schon 2016 gehörte die Pressekonferenz zu den Verlierern unter den Kommunikationsformen.

Storys statt Produkte

Die Krisenkommunikation ist – neben der Reaktionsgeschwindigkeit – aus Journalistensicht besonders verbesserungswürdig in der Zusammenarbeit mit Presseabteilungen. Knapp die Hälfte der Medienvertreter wünscht sich auch weniger Produkt-PR, dafür aber mehr Storytelling.

Autor: Martin Schwarz, Leiter Digitale Medien | WEKA Industrie Medien

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