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Die Corona-Krise hat auch unsere Berichterstattung  verändert und wird sie noch einige Zeit lang prägen. Mit neuen Online-Services versuchen wir, das Bedürfnis nach Nachrichten zu stillen und glauben, dass echter, professioneller B2B-Journalismus jetzt seine Bewährungsprobe besteht. Eine Zwischenbilanz nach zwei Wochen, in denen das Virus unsere Berichterstattung dominiert, ein Überblick über unsere neuen Online-Services und warum wir glauben, dass professioneller, kritischer B2B-Journalismus gerade jetzt gebraucht wird.

Verlässliche Medien sind – strapazieren wir ruhig dieses eigentlich bittere Wort – systemrelevant. Gerade jetzt, wo sich im Schatten des Coronavirus auch das Virus der Fake News durch soziale Plattformen und Online-Medien frisst. Ängste zu schüren oder Zustände zu verharmlosen, gehören eben zum Handwerkszeug der Online-Verunsicherer. Kommt die Rezession, haben sie Konjunktur.

Fachmedien, davon sind wir überzeugt und waren es schon vor dem Ausbruch dieser Krise, müssen dem ein eigenes Konzept entgegensetzen: ein Konzept des konstruktiven Journalismus, der kritisch distanziert berichtet, einordnet und der Beliebigkeit der medialen Empörung das Fachwissen entgegenstellt, das die Entscheidungsträger in den jeweils von uns adressierten Branchen auch wirklich benötigen. Gerade jetzt, so sind wir überzeugt, ist echter, unabhängiger B2B-Journalismus geforderter und nötiger denn je: Guter B2B-Journalismus ist so etwas wie ein medialer Schutzschirm in diesen besonderen Zeiten.

Vor zwei Wochen, als wir alle ins Home Office gezogen sind, haben wir unsere redaktionellen Prozesse grundlegend umgestellt: wir wissen, dass spätestens jetzt digitale Medien zur professionellen Grundversorgung von Entscheidungsträgern gehören. Digital First in doppeltem Sinne – und zwar von Anbieterseite wie auch von Konsumentenseite. Dass jede Branche in dieser Situation ihre eigenen Prüfungen zu bewältigen hat und daher unsere Fachjournalisten jeden Tag mit ihrem Verständnis dieser Herausforderungen und ihrer Fähigkeit, stets die Perspektive der betroffenen Branchen einzunehmen, offenbar unverzichtbare Arbeit leisten, zeigen uns auch die Statistiken unserer Online-Portale:

Bei vielen unserer Nachrichtenseiten wie etwa unserem Baumagazin Solid oder unserem Gebäudetechnik-Magazin TGA sind die Seitenaufrufe im März gegenüber Februar um knapp 200 Prozent gestiegen, bei ausnahmslos allen von uns betriebenen Online-Portalen bewegen sich die Wachstumsraten gegenüber Februar im hohen zweistelligen Prozentbereich.

Und wir haben festgestellt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um im digitalen Bereich auch Neues auszuprobieren und unsere Bande mit unseren Online-Lesern enger zu knüpfen, ihnen auch Dialogmöglichkeiten zu bieten. Einige unserer Initiativen:

  • Erst vor wenigen Tagen haben wir auf der Facebook-Seite unseres Magazins traktuell.at eine Gruppe für EPUs und KMUs im Transportwesen gestartet, sie soll helfen, auch kleine Transportunternehmen in dieser besonderen Zeit miteinander zu vernetzen.

 

  • Auf fast allen unseren Portalen haben wir mit dem „Coronameter“ eine Online-Umfrage gestartet, die das Meinungsbild zur derzeitigen wirtschaftlichen Lage und den Folgen der Corona-Krise spiegeln soll – die Ergebnisse werden wir dann Ende April veröffentlichen. Das Coronameter ist auch in allen unseren Artikeln zum Thema eingebettet.

 

  • Das Industriemagazin, unser größter Titel, hat mit „Corona Economy“ ein Messenger-Service für die einschlägige Berichterstattung gestartet. Über die Messenger-App Telegram versenden wir täglich kostenlos die wichtigsten Storys zu den Auswirkungen der derzeitigen Situation auf die österreichische Industrie. In Echtzeit. Das Service ist kostenlos und wir freuen uns, wenn Sie es versuchen. Keine Sorge: Ende April endet „Corona Economy“ automatisch. Bis dahin wird das Virus hoffentlich nicht mehr so dominant unser Leben bestimmen.

Vieles von dem, was wir jetzt für unsere Leserinnen und Leser geschaffen haben, werden wir fortführen und adaptieren, wenn dieses Virus sich – hoffentlich bald – verflüchtigt hat. Insofern ist diese Krise auch mit einem Versprechen an Sie verknüpft: dass wir die Erfahrungen aus den vielen Online-Services, die wir jetzt angestoßen haben, künftig dazu nutzen werden, unsere digitalen Angebote weiter zu verstärken.

Und wir wollen all das mit einem Aufruf und einer Bitte an Sie, unsere Leserinnen und Leser, verknüpfen: wenn Sie Ideen für  Geschichten haben, von denen Sie meinen, dass sie in diesen fordernden Zeiten auch für Ihre KollegInnen hilfreich sind, dann schreiben Sie mir gerne an martin.schwarz(at)industriemedien.at oder vernetzen Sie sich mit mir auf LinkedIn.

Der israelische Historiker und Bestsellerautor Juval Harari hat in dieser Woche in einem Interview mit dem „Stern“ gemeint, es sei derzeit alles „wie in diesem bekannten chinesischen Fluch `Mögest du in interessanten Zeiten leben`. Glauben Sie mir: Ich würde lieber wieder zurück in langweiligere Zeiten. Da gäbe es noch genug zu forschen“. Das gilt wohl auch für den (Online)-Journalismus.

Bilanz: Martin Schwarz, Leiter Digitale Medien & Digitale Produkte, WEKA Industrie Medien

Über den Messenger-Dienst Telegram versenden wir ab nun in Echtzeit Nachrichten zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die österreichische Industrie.

Wir wollen wissen, wie Sie wirtschaftlich mit der derzeitigen Situation umgehen: das “Coronameter” finden Sie auf fast allen unseren Online-Portalen zur Corona-Berichterstattung.

Leere Bürofluchten. Und alle im Home Office: Unsere Redaktion im März 2020.